Josua 17

1–6: Das Erbteil des Stammes Manasse

Und das Los fiel auf den Stamm Manasse; denn er war der Erstgeborene Josephs.
Machir, der Erstgeborene Manasses, der Vater Gileads, hatte Gilead und Basan empfangen; denn er war ein streitbarer Mann.
Es fiel aber auch den übrigen Kindern Manasses nach ihren Geschlechtern: den Kindern Abiesers, Helegs, Asriels, Sichems, Hephers und Semidas; das sind die männlichen Kinder Manasses, des Sohnes Josephs, nach ihren Geschlechtern.
Zelophhad aber, der Sohn Hephers, des Sohnes Gileads, des Sohnes Machirs, des Sohnes Manasses, hatte keine Söhne, sondern Töchter; und ihre Namen waren Mahla, Noa, Hogla, Milka und Tirza.
Die traten vor den Priester Eleasar und vor Josua, den Sohn Nuns, und vor die Fürsten und sprachen: „Der HERR hat Mose geboten, uns ein Erbteil unter unsern Brüdern zu geben.“
Da gab man ihnen nach dem Befehl des HERRN ein Erbteil unter den Brüdern ihres Vaters.


7–13: Grenzen und unvollständige Vertreibung

Die Grenze Manasses ging von Asser nach Michmethath, die vor Sichem liegt; und die Grenze ging zur Rechten zu den Einwohnern von En-Tappuah.
Das Land Tappuah gehörte Manasse, aber die Stadt Tappuah an der Grenze Manasses gehörte den Kindern Ephraim.
Und die Grenze ging herab an den Bach Kana, gen Süden vom Bach; diese Städte gehörten Ephraim mitten unter den Städten Manasses; und die Grenze Manasses war an der Nordseite des Baches und ihr Ende war am Meer.
Gegen Süden gehörte es Ephraim, gegen Norden Manasse, und das Meer war ihre Grenze; und sie stießen an Asser gegen Norden und an Issachar gegen Osten.
Und Manasse hatte in Issachar und Asser Beth-Sean und ihre Nebenorte, Jibleam und ihre Nebenorte, die Einwohner von Dor und ihre Nebenorte, die Einwohner von En-Dor und ihre Nebenorte, die Einwohner von Thaanach und ihre Nebenorte, die Einwohner von Megiddo und ihre Nebenorte; drei Höhen.
Aber die Kinder Manasses vermochten diese Städte nicht zu vertreiben; und die Kanaaniter blieben in diesem Lande wohnen.
Und es geschah, als die Kinder Israel mächtig wurden, machten sie die Kanaaniter zinsbar und vertrieben sie nicht gänzlich.


14–18: Die Bitte der Kinder Josephs

Da redeten die Kinder Josephs mit Josua und sprachen: „Warum hast du mir nur ein Los und ein Erbteil gegeben, da ich doch ein großes Volk bin, nachdem mich der HERR bisher gesegnet hat?“
Josua sprach zu ihnen: „Bist du ein großes Volk, so ziehe hinauf in den Wald und haue dir dort Platz im Lande der Perisiter und Riesen, wenn dir das Gebirge Ephraim zu eng ist.“
Die Kinder Josephs sprachen: „Das Gebirge reicht uns nicht; und alle Kanaaniter, die im Lande der Ebenen wohnen, haben eiserne Wagen, sowohl die zu Beth-Sean und ihren Nebenorten als auch die im Tal Jesreel.“
Josua sprach zum Hause Joseph, zu Ephraim und Manasse: „Du bist ein großes Volk und hast große Kraft; du sollst nicht nur ein Los haben,
sondern das Gebirge soll dein sein; denn es ist Wald, den haue ab, und seine Enden sollen dein sein; denn du wirst die Kanaaniter vertreiben, ob sie eiserne Wagen haben und stark sind.“

Josua 17 behandelt das Erbteil des Stammes Manasse und eine Bitte der Joseph-Stämme:

  • Manasses Erbe wird festgelegt; die Töchter Zelophhads erhalten – gemäß Gottes Gebot – ein Erbteil.
  • Grenzen und Städte Manasses werden beschrieben, einschließlich Überschneidungen mit Ephraim.
  • Unvollständige Vertreibung der Kanaaniter wird offen benannt; sie werden zinsbar gemacht.
  • Beschwerde der Joseph-Stämme über zu wenig Land; Josua fordert sie zu Eigeninitiative und Mut auf.
  • Gerechtigkeit und Teilhabe: Die Töchter Zelophhads zeigen, dass Gottes Ordnung Rechte schützt, auch wenn sie gesellschaftliche Normen herausfordert.
  • Realismus der Bibel: Schwierigkeiten und Kompromisse (zinsbar statt vertrieben) werden nicht beschönigt.
  • Verantwortung statt Anspruchsdenken: Josua fordert die Joseph-Stämme auf, Herausforderungen aktiv anzugehen, statt nur mehr zu verlangen.
  • Glaube und Tatkraft: Stärke und Segen sollen zu mutigem Handeln führen, auch angesichts „eiserner Wagen“.

Theologisch betont das Kapitel Gerechtigkeit, Eigenverantwortung und die Verbindung von Verheißung und Einsatz.

  • Wie verstehen wir Gerechtigkeit und Teilhabe (z. B. im Fall der Töchter Zelophhads) heute?
  • Wo begegnen uns unerledigte Aufgaben, die wir aus Bequemlichkeit oder Angst vertagen?
  • Wie unterscheiden wir berechtigte Bedürfnisse von Anspruchsdenken?
  • Was sind heutige „eiserne Wagen“ – Hindernisse, die Mut und Ausdauer erfordern?
  • Wie verbinden wir Segen, Verantwortung und Eigeninitiative in Gemeinschaften und Organisationen?

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